»Mitten in der Sowjetunion hatte ich plötzlich ein Navi im Kopf«

Livenet, 23.08.2018

»Mitten in der Sowjetunion hatte ich plötzlich ein Navi im Kopf«

30 Jahre AVC

Am Samstag, 25. August 2018, feiert AVC Schweiz das 30-jährige Bestehen. Im Laufe dieser Jahre wurden 14’000 Tonnen Hilfsgüter verteilt und 3,15 Millionen Bibeln und Neue Testamente übergeben. In den verschiedensten Situationen erlebten Mitarbeiter des Werks, wie Gott übernatürlich eingegriffen hat.

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Daniel Hofer

 

«Immer eindrücklich war die Führung Gottes», blickt Daniel Hofer, Gründer und Leiter der AVC Schweiz im Gespräch mit Livenet auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Er erinnert sich beispielsweise an eine Kurierfahrt in die Sowjetunion, nach Kiew.

Ein Navi im Kopf
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AVC Leiter Daniel Hofer (links) bei den ersten Kurierfahrten in den Osten.

 

«In dieser Stadt waren kurz vor unserer Ankunft die Strassennamen verändert worden. Sie waren auf unserer Karte entsprechend nicht eingezeichnet. So hatten wir keine Chance, uns zu orientieren.» Dann wurde das Fahrzeug auch noch von zwei Wagen verfolgt. «Wir konnten sie nicht abschütteln. Mit Kleidern verhinderte ich, dass man von draussen reinsehen konnte.»

Als die anderen Wagen für einen Moment aus dem Blickfeld gerieten, sprang Hofer raus und versteckte sich in einem Hauseingang, während sein Kollege weiterfuhr. «Ich betete und plötzlich hatte ich wie ein Navi im Hirn. Ich wusste, wo ich hinlaufen und wo abbiegen musste. Nach 45 Minuten war ich tatsächlich am richtigen Ort. Solche Sachen haben wir oft erlebt.»

Dem Geheimdienst entkommen

Ein anderes Mal war Hofer in Rumänien unterwegs, diesmal mit einem Wagen mit Literatur und Lebensmittel. «Wir waren unterwegs, um die Sachen abzugeben, plötzlich platzte ein Reifen. Wir wechselten diesen, doch nach einiger Zeit ging ein weiterer kaputt.» Deshalb musste auf der Felge in den nächsten Ort gesteuert werden, um dort neue Reifen aufzuziehen, was damals in Rumänien noch nicht so einfach war.

«Darum konnten wir nicht am vereinbarten Tag bei den Empfängern auftauchen, sondern erst einen Tag später. Als wir ankamen, hiess es, es sei gut gewesen, dass wir nicht am Vortag erschienen waren: Der Geheimdienst hatte eine Razzia durchgeführt. Wären wir dazugekommen, wäre das alles andere als gut gewesen…»

Auch im Ort gut eingebettet
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Graziella Rogers

 

AVC betreibt mittlerweile Standorte in Deutschland (seit 1972), Österreich und Italien. Der Standort in Safnern bei Biel wurde 1988 gegründet. «Wir probieren, so gut wie möglich auch im Ort präsent zu sein», sagt Mediensprecherin Graziella Rogers. Dies zum Beispiel bei Auftritten an Dorffesten oder mit Inseraten in der Dorfzeitung.

«Viele finden es eine tolle Sache, manche spenden Kleider. Andere sind noch skeptisch, deshalb laden wir sie jeweils gerne ein. Das sind anschliessend manchmal die besten Nachbarn.»

So hörte sie einmal im Bus ein Gespräch zwischen zwei Frauen. «Die eine war gerade am Räumen, da sagte ihre Kollegin, dass sie die Sachen zu uns bringen könnte. Im Jahr liefern wir um die 30 bis 40 Lastwagen mit Hilfsgütern nach Osteuropa. Insgesamt werden 750 Tonnen Güter verteilt, ein Teil davon via Container per Schiff nach Mali und in die Mongolei.

Bibeln statt Drogen

«Ein grosser Teil der Projektarbeit geschieht gegenwärtig in Syrien und im Irak», erklärt Rogers. Zu den weiteren Ländern gehört unter anderem Indien. «Dort gab es verschiedene Änderungen in der Regierung. Aggressive Mobs sind gegen Christen unterwegs.»

An verschiedenen Orten starte man klein und versuche lange und zuverlässig vor Ort zu bleiben. An manchen Orten seien die Einheimischen gegenüber grossen Organisationen skeptisch, weil diese plötzlich wieder weg sind, wenn die internationale Aufmerksamkeit schwindet.

Zu den aktuellen Projekten gehört die Bibelverteilung in Birma (auch Burma oder Myanmar), sagt Daniel Hofer. «Viele junge Menschen sind drogenabhängig», besonders unter der Kachin-Minderheit. Die Armee gab die Suchtmittel gratis ab, um die jungen Menschen gefügig zu machen. «Die ersten 100’000 Bibeln sind gedruckt, die Feedbacks sind sehr gut und viele Jugendliche kommen zum Glauben.»

Das Jubiläum
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Nordkorea: Für viele Kinder die einzige Mahlzeit am Tag. Einige trinken nur die Milch und bringen das Brot für andere Familienmitglieder nach Hause.

 

Am 25. August 2018 von 10 bis 16 Uhr bietet die AVC Einblicke in die Arbeit in Indien, Südostasien, Moldawien, Mali und dem Nahen Osten. Fünf Projektleiter geben einen Einblick in die Arbeit in ihrer Nation.

Beispielsweise besuchten in den letzten 20 Jahren mehr als 34’000 Kinder Camps in Moldawien. «Ein paar von ihnen gehören heute zu meinen engsten Mitarbeitenden», sagt Viktor Kulyak, Projektleiter aus Moldawien, laut einer AVC-Pressemitteilung. Die kleine Arbeit in diesem osteuropäischen Land ist heute zu einer beträchtlichen Organisation herangewachsen, mit Altersheim, Waisenhaus, Behindertenheim, Ernährungsprogrammen und Hilfsgüterverteilungen.

Weiter ist in der Pressemitteilung beschrieben: «Im Sinne einer ganzheitlichen Hilfe geben wir die Gute Nachricht von Jesus Christus weiter und sind durch Katastrophen- und Entwicklungshilfe sowie vielfältige soziale Projekte karitativ tätig.»

Zur Webseite:
AVC Schweiz

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