»Wenn wir zu Christus gehören, können wir nicht anders …«

Livenet / Evangelical Focus, 07.12.2018

»Wenn wir zu Christus gehören, können wir nicht anders …«

Nobelpreisträger Mukwege
Sein Spitzname ist »Dr. Wunder« – Dr. Denis Mukwege aus dem Kongo erhält nächste Woche den Friedensnobelpreis überreicht. Er hat schon Zehntausenden von vergewaltigten Frauen geholfen – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Seinen Einsatz begründet er mit seinem Glauben: Es sei Aufgabe der Christen, für die Schwachen einzustehen.

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Dr. Denis Mukwege setzt sich in Kongo für Opfer von sexueller Gewalt ein.

 

Bereits am vergangenen Montag wurde einer der zwei diesjährigen Friedensnobelpreisträger, Denis Mukwege aus dem Kongo, von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zum einstündigen Gespräch empfangen. Geehrt wird er am kommenden Montag, (10. Dezember 2018) in Oslo für seinen enormen Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo für Opfer sexueller Gewalt, da gerade Massenvergewaltigungen in Krisengebieten immer stärker als Kriegswaffe eingesetzt werden.

Die Herausforderungen der Kirche
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Dr. Denis Mukwege

 

Doch Mukweges Einsatz basiert nicht auf gutem Willen und humanitärem Mitleid; als überzeugter Christ sieht er es als seine Pflicht, sich für die Schwachen einzusetzen. «Wenn wir zu Christus gehören, haben wir keine andere Wahl, als neben den Schwachen, den Verwundeten, den Flüchtlingen und den Frauen, die unter Diskriminierung leiden, zu stehen», erklärte er in einer Ansprache vor geraumer Zeit.

«Wenn wir zu Christus gehören, müssen wir uns gegen das Böse aussprechen und es verurteilen.» Das sei die Herausforderung der Christen und der Kirche von heute. «Die Kirche von heute – und von morgen – hat einige Herausforderungen: der Klimawandel, Terrorismus, Migration, Flüchtlinge, sexuelle Gewalt und korrupte Regierungen, insbesondere in Afrika, die Verfassungen machen und wieder verwerfen, um ihre eigenen Interessen auf Kosten des Volkes zu vertreten.»

Der Tag, an dem er seine Berufung erhielt

Das Panzi-Krankenhaus in Bukavu, das Mukwege 1999 gründete und in dem bereits über 50’000 Opfer von Vergewaltigungen behandelt wurden, wird von den Pfingstgemeinden Zentralafrikas (CEPAC) verwaltet. Der Nobelpreisträger selbst ist Sohn eines pfingstkirchlichen Pastors. Und durch seinen Vater kam er überhaupt darauf, Medizin zu studieren. Sein Vater besuchte als Pastor regelmässig kranke Menschen, um für sie zu beten. Als er seinen Vater eines Tages begleitete, fragte er ihn: «Papa, du betest für die Kranken, aber warum geben wir ihnen nicht Medizin?» Sein Vater erklärte ihm, dass er kein Doktor sei. Mukwege: «An dem Tag wurde meine Berufung geboren.»

Kampf für Gottes Reich

Sein Einsatz wird aber keineswegs nur positiv gesehen. Immer wieder erhält der 63-Jährige Morddrohungen. Doch das hält ihn nicht von seiner Arbeit ab. Er sei sich bewusst, dass dieser Weg zu «Not, Widerstand und Verfolgung führen kann», doch «wir dürfen nicht aufgeben. Wir müssen weiter dafür kämpfen, die Gefangenen zu befreien, uns die Versprechen des Königreichs vor Augen zu halten und die Worte von Luthers Hymne zu eigen machen: ‘Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Lass fahren dahin, sie habens kein’ Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben.’»

Autobiografie erschienen

Unter dem Titel «Meine Stimme für das Leben» hat der deutsche Brunnen-Verlag die Autobiografie des Arztes Denis Mukwege herausgebracht, in welcher er über seine Arbeit und Erlebnisse berichtet und zum Widerstand gegen die Nutzung von Massenvergewaltigungen als machtpolitisches Kampfmittel in Kriegs- und Krisengebieten aufruft. Erstverkaufstag des Buches ist der 10. Dezember 2018, Tag der Nobelpreisverleihung.

Die Inhalte aus zitierten Quellen geben nicht die Meinung von PROSKYNEO.org wieder, sondern dienen ausschließlich der Informationsvermittlung.

 

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