Gott hat ein Herz für die Schwachen

Livenet, 03.06.2018

Gott hat ein Herz für die Schwachen

Soziales Engagement
Seit vielen Jahren sucht Michael Hodel Gottes Willen und hält Ausschau nach geöffneten Türen. Die Gründung der Stiftung Wetterbaum in Frauenfeld war ein Schritt auf seinem spannenden Weg.

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Michael Hodel

 

Michael Hodel ist gelernter Chemielaborant. Nach jahrelanger Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit gründete er 19-jährig mit Gleichgesinnten den Jugendgottesdienst Godi. Die Arbeit boomte. Es folgte ein Theologiestudium und eine Tätigkeit als Jugendpastor. Gleichzeitig heiratete er Susanna und gründete mit ihr eine Familie.

Wohin soll der Weg gehen?

Nach 10 Jahren Godi-Arbeit und Tätigkeit als Jugendpastor war für Michael klar, dass etwas Neues dran ist. Zu viel ging es darum, das Bestehende zu bewahren. Doch Michael wollte weitergehen, neues Land einnehmen, neue Wege beschreiten. Die Möglichkeit, als Pastor in einer Gemeinde tätig zu werden war eine Option, löste allerdings bei Michael und seiner Frau keine Begeisterung aus. Die Ungewissheit war mit Verunsicherung und Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten verbunden.

Ganz neue Gedanken

In der Zeitschrift FACTS las Micheal 2006 einen Artikel über das Recyclen. Da kam ihm der Gedanke, auf diese Weise Langzeiterwerbslose zu beschäftigen. Susanna ermutigte ihn. «Da musst du unbedingt mehr darüber nachdenken». Im weiteren Prozess gab es einige sogenannt heilige Momente, die Michael als Gottes Reden empfand. Michaels Vision wuchs. Ein wichtiges Ereignis war die Begegnung mit Stefan Eggimann. Gemeinsam suchten sie Möglichkeiten, Arbeitslosen einen Arbeitsplatz zu geben. Da es wenig Angebote für ausgesteuerte Langzeiterwerbslose gibt, wollten sie solche Menschen unterstützen.

Klärungs- und Startphase

Es musste geklärt werden, wie sie die Firma genau aufbauen wollten. Verschiedene Geschäftsideen wurden untersucht und Strategien entwickelt. Unterstützt von Studenten für Betriebswirtschaft wurde ein qualitativ hochwertiger Businessplan erstellt. Dieser Prozess dauerte zehn Monate. Dann, im Sommer 2007, wurde die Stiftung «Wetterbaum» gegründet. Die Arbeit funktioniert als Sozialfirma. Mindestens 50% der Finanzen müssen per Definition durch die wirtschaftliche Tätigkeit verdient werden, beim Wetterbaum sind es gar über 80%.

Kurz darauf wurden ihnen von politischen Gemeinden Personen zugewiesen. Die Arbeit kam ins Rollen. Durch gute Aufträge und Spenden hatten sie bald ein gutes Finanzpolster und funktionierten kostendeckend.

Wetterbaum heute

Heute sind 15 Mitarbeiter mit insgesamt 1’300 Stellenprozent angestellt. Sie betreuen rund 45 zugewiesene Mitarbeitende. Diese sind primär Langzeitarbeitslose, zuweilen auch Leute mit Invalidenrente oder Asylsuchende. Beschäftigung finden sie in vier Bereichen:

  • Werkstatt für Arbeiten mit Holz (z.B. Fensterläden renovieren).
  • Karep, eine Abteilung, welche defekte Kaffeemaschinen einsammelt und zu funktionstüchtigen Geräten neu zusammenbaut.
  • Die Kleiderabteilung wäscht Kleider für Kunden und betreibt einen Secondhand-Kleiderladen
  • Eine weitere Abteilung verrichtet Arbeiten im und ums Haus, von Rasenmähen und Hausräumungen bis zu einfachen Renovationsarbeiten.

Im Sommer 2018 kommt mit einer Brockenstube ein fünfter Bereich dazu.

Ziel: Berufliche und soziale Integration

Das Ziel vom Wetterbaum ist die berufliche und soziale Integration. Dazu gehört, dass Leute neue Lebensfreude erfahren. Einige schaffen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Anderen soll eine langfristige und würdevolle Tätigkeit ermöglicht werden. «Wir haben einen Job Coach, der den Leuten hilft, ihren Platz zu finden.»

«Wetterbaum» versteht sich als christlich diakonische Arbeit. Es ist also kein missionarisches Werk. Die Mitarbeiter sind allesamt überzeugte Christen und prägen natürlich als solche.

Immer ein Blick nach vorne

Gerne blickt Michael auf die vergangenen Jahre zurück. «Der Gehorsam hat sich gelohnt. Immer wieder gibt es Hürden, welche überwunden werden sollen. Aber die Arbeit ist spannend und als Christ im sozialen Bereich tätig zu sein und die Gesellschaft positiv zu prägen, ist eine lohnende Sache.»

Für Michael war Berufung nie eine einmalige Gotteserfahrung. «Vielmehr will ich mich Gott jeden Tag zur Verfügung stellen und im Gehorsam Schritte gehen.» Bis heute ist er mit offenen Augen und Ohren unterwegs. «Ich versuche zu sehen, welche Türen Gott öffnet.» Durch diese Türen will er gehen, selbst wenn es mit Risiken verbunden ist. Er möchte aber auch immer loslassen können, um Kraft für Neues zu haben.

 

Die Inhalte aus zitierten Quellen geben nicht die Meinung von PROSKYNEO.org wieder, sondern dienen ausschließlich der Informationsvermittlung.

 

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