Was hatten die ersten Christen, dass sie Aufruhre entfachten?

Livenet, 17.06.2018

Was hatten die ersten Christen, dass sie Aufruhre entfachten?

Auswirkung in der Gesellschaft
Ephesus war mit über 200’000 Einwohnern nach Rom die zweitgrösste Stadt des römischen Reiches. Doch die gesamte Stadt geriet durch zwölf Christen in Aufruhr – und die Auswirkungen waren so gross, dass wenige Hundert Jahre später sich 90 Prozent der Bewohner zum Christentum zählten. Wie kam es dazu? Was machten die Christen dort so Besonderes? Und was können wir davon lernen, um auch unser Umfeld ebenso zu beeinflussen?

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Paulus im Film «Paul, Apostle of Christ»

 

In Apostelgeschichte, Kapitel 19 wird von Paulus in Ephesus berichtet. Ephesus war eine reiche Stadt, einflussreich, eine Handelsstadt, in welcher der Tempel der Göttin Artemis stand. Und das Leben und die Arbeit der Menschen drehte sich einzig um die Anbetung dieser Göttin, die für Erfolg, Sicherheit, Wohlergehen, finanzielle Absicherung, Gesundheit, Fruchtbarkeit und sexuelle Befriedigung zuständig war – verständlicherweise hatte sie nicht nur bei den Ephesern einen enorm hohen Stellenwert. Ein «echter Epheser» betete Artemis an, etwas anderes war nicht denkbar.

Zum Ende des Kapitels (Verse 23 bis 40) wird ein Aufruhr beschrieben, der die ganze Stadt betraf. Grund der Aufruhr war die kleine christliche Gemeinde in Ephesus. Das Leben und das Zeugnis dieser ersten Christen Kleinasiens war so stark, dass es eine ganze Stadt mitriss. Konkret sind das drei Dinge, die der US-Pastor Darren Rouanzoin in einer Predigt Anfang Juni hervorhob.

Die Kirche war mit dem Heiligen Geist erfüllt

Paulus trifft in Ephesus auf zwölf Jünger, die die dortige Kirche bildeten – aber sie hatten noch nie vom Heiligen Geist gehört, da sie nur die Taufe des Johannes empfangen hatten. «Als sie das hörten, liessen sie sich auf den Namen von Jesus, dem Herrn, taufen. Und als Paulus ihnen dann die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie herab, und sie redeten in geistgewirkten Sprachen und machten prophetische Aussagen.» (Verse 5-6)

Laut Pastor Rouanzoin ist das auch der Fall vieler Christen heutzutage: Viele wissen gar nicht, dass der Heilige Geist und seine Gaben noch heute gelten und nur wenige Gemeinden leben die Gaben des Heiligen Geistes ganz praktisch aus – er spricht hier auch aus eigener Erfahrung: «Über die Zeit wird die Kirche schnell bequem mit Programmen, mit zweckgebundenen Dingen, mit dem Fokus auf das innere Leben jedes einzelnen. […] Wir komprimieren unseren Glauben auf mich und Jesus, und auf das, was zweckmässig und bequem ist…» Dabei geht es um so viel mehr, um die Kraft Gottes in uns: «Sie als Nachfolger Jesu sollen mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, und dann Jesu Macht und seine Gegenwart mit sich nehmen und die Dinge, die Jesus getan hat, in Ihrem ganz normalen Alltag tun…»  Wie viel in unserem Leben tun wir ohne den Geist und die Gegewart Gottes?

Die Kirche zeigte mutig und treu Präsenz

Paulus macht genau das: Er tut die Dinge, die Jesus gemacht hat. Er predigt in der Synagoge und im Lehrsaal von Tyrannus, Menschen werden – sogar durch das Berühren seiner Tücher – geheilt und das Evangelium verbreitet sich in ganz Kleinasien (Verse 8 bis 10). Paulus zeigt: Die Kirche lebte mutig und treu und zeigte so in der Gesellschaft Präsenz. «Kirche ist nicht Entertainment und Programm; Kirche bedeutet, dass man treu und mutig an dem Ort lebt, an dem man sich befindet. Und mit Kirche meine ich nicht die Institution oder die Webseite, ich meine Sie! Warum gab es den Aufruhr? Weil die Nachfolger Jesu sich entschieden, mutig zu leben und ein treues Zeugnis zu sein für jeden, dem sie begegneten, jeden Tag ihres Lebens, wo auch immer sie hingingen.»

Wir brauchen Mut, um die Dinge zu tun, die Jesus tat – er heilte, vertrieb Dämonen und kümmerte sich um die Armen. Es braucht Mut, mit einem Wildfremden auf der Strasse zu beten oder über den Glauben zu reden. Doch dazu sind wir berufen. Wir sollen in der Gesellschaft bewusst präsent sein, von Friede erfüllt auf der Arbeit, liebevoll gegenüber den Nachbarn…

Die Kirche wandte sich von ihren Götzen ab

«Auch traten jetzt viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, vor die Gemeinde und bekannten offen, sich mit okkulten Praktiken abgegeben zu haben. Zahlreiche Christen, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich. […] Das alles trug dazu bei, dass die Botschaft des Herrn sich unaufhaltsam ausbreitete und einen immer grösseren Einfluss gewann.» (Verse 18-20)

Die Kirche gab ihre Götzen auf – nicht Leute von draussen. Christen in Ephesus, der Stadt, in der alles auf dem Götzendienst für Artemis beruhte, hörten auf, ihre Götzen anzubeten. «Und als sie ihre Götzen aufgaben, schwankte die Wirtschaft – und die ganze Stadt merkte mit einem Mal, wie sich diese Christen verändert hatten.»

Was ist ein Götze? «Ein Götze ist alles, was dir ausserhalb von Gott Sinn, Zweck, Bedeutung oder Identität gibt.» Was für Götzen tragen Sie mit sich herum? Vielleicht die Karriere, den Job, das, was andere über Sie denken, Beziehungen, Intellekt, die Familie – wenn Sie etwa mehr Bedeutung darin finden, Mutter zu sein, als ein Kind Gottes. Wo finden Sie Ihre Bedeutung und den Sinn für Ihr Leben? Und was würde passieren, wenn wir – in Ephesus waren es nur zwölf Jünger – vom Geist erfüllt, mutig und treu leben und unsere Götzen hinter uns lassen?

 

Die Inhalte aus zitierten Quellen geben nicht die Meinung von PROSKYNEO.org wieder, sondern dienen ausschließlich der Informationsvermittlung.

 

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