Mexiko: Sechs Schüsse töten Friedensstifter

Open Doors,11.07.2018

Mexiko: Sechs Schüsse töten Friedensstifter

Organisiertes Verbrechen ermordet Pastor aus Ciudad Juárez

(Open Doors, Kelkheim) – Er wurde aus nächster Nähe erschossen, am helllichten Tag des 8. Juni. Zeugen berichten von mindestens sechs Schüssen, die Pastor Eduardo Garcia in Ciudad Juárez töteten – abgefeuert wurden sie aus einem fahrenden Auto, vermutlich von Auftragskillern des organisierten Verbrechens.

Pastor Eduardo hatte sich im Drogenkrieg für Frieden eingesetzt und er versuchte, Jugendlichen den Ausstieg aus dem Drogengeschäft zu ermöglichen. So war er zu einer Bedrohung für das organisierte Verbrechen geworden.

Pastor Eduardo Garcia mit seiner Frau Maria und ihrer Tochter Griselda
Pastor Eduardo Garcia mit seiner Frau Maria (links) und ihrer Tochter Griselda (rechts) im März 2017
Gründer einer Bewegung für ein friedliches Miteinander

Er organisierte Gebetstreffen in den Straßen der nordmexikanischen Stadt, auch öffentliche Gottesdienste und Konzerte. Zuletzt verteilte er Bibeln in Ciudad Juárez und im ganzen Bundesstaat Chihuahua, zu dem die Stadt gehört. Mit der von ihm gegründeten Bewegung „Evangelismo Masivo Juárez“ wollte Eduardo ein friedliches Miteinander erreichen – und das an einem Ort, der von Kriminalität, Drogenschmuggel und Gewalt geprägt ist.

So war Eduardo schon mehrfach in den Fokus des organisierten Verbrechens geraten. 2009 wurde sein Sohn Abraham von deren Killern erschossen. 2011 entführte man seine Tochter Griselda und er musste ein Lösegeld bezahlen, um sie freizukaufen. Und trotzdem blieb er in der Stadt. „Ich werde hier nicht weggehen, bevor die Menschen sich nicht verändert haben und bevor das Land nicht von Gott gesegnet ist“, sagte er noch 2017 in einem Interview mit Open Doors. „Wir haben uns entschieden: Wir wollen versuchen, die Stadt zu retten. Aber ich hätte nie gedacht, dass wir so ein Teil der Mordstatistik werden würden.“ Jetzt ist Eduardo selbst zum Opfer des organisierten Verbrechens geworden.

Besonders Christen werden zur Zielscheibe der Kriminellen

Alle leiden unter den Machenschaften des organisierten Verbrechens, aber es sind vor allem die Christen, die zu ihrer Zielscheibe werden. „Wenn sich ein Christ sozial engagiert, wenn er etwa eine Klinik zur Drogenrehabilitation eröffnet oder eine Jugendarbeit organisiert, dann ist er eine unmittelbare Gefahr für die Aktivitäten und Interessen des organisierten Verbrechens – denn das nimmt ihnen die Jugend weg und ist so ein direkter Angriff auf ihren Markt“, sagt Dennis Petri, ein Analyst für Lateinamerika, der für Open Doors International tätig ist.

Oft meinen die Banden auch, die christlichen Versammlungen seien eine einfache Geldquelle für sie – schließlich müssten sie nur hineingehen, die Türen verschließen und die Gottesdienstbesucher auffordern, ihre Taschen zu leeren. Zudem berichten Pastoren und Priester von verschiedenen Formen der Schutzgelderpressung, zum Beispiel einfach nur dafür, dass ihre Kirchen und Kathedralen offen bleiben dürfen. Wer sich aber gegen das Unrecht, die Gewalt oder den Drogenkonsum ausspricht, vielleicht sogar öffentlich auf einer Kanzel, so erklärt Dennis Petri, der muss mit den Einschüchterungsversuchen der Kartelle rechnen – und auch mit Mord.

Bitte beten Sie für Mexiko:
  • Beten Sie für die Familie Garcia um Gottes Trost und Fürsorge, vor allem für die trauernde Witwe und Tochter.
  • Beten Sie für die Pastoren in Mexiko, besonders im Norden – um Weisheit in der Auseinandersetzung mit Vertretern des organisierten Verbrechens und um Stärke, damit sie als Christen in ihrer Stadt und an ihrem Ort ein Licht sein können.
  • Beten Sie für die mexikanische Regierung und für Frieden in dem Land.
Die Inhalte aus zitierten Quellen geben nicht die Meinung von PROSKYNEO.org wieder, sondern dienen ausschließlich der Informationsvermittlung.

 

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