Dschihadist: »Ich bringe euch alle um!«

Livenet, 06.09.2019

Dschihadist: »Ich bringe euch alle um!«

Bald darauf in neuer Mission unterwegs
Mehrfach riss ein Dschihadist in einer Gemeinde die Tür auf und rief zu den Versammelten: «Ich bringe Euch alle um!» Kurz danach geschah eine unerwartete Wende. Immer wieder erlebt Sacha Ernst von «Aktion für verfolgte Christen und Notleidende» (AVC), wie Menschenherzen verändert werden. Gegenüber Livenet gibt er einen Einblick in verschiedene Begebenheiten.

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Livenet: Sacha Ernst, AVC engagiert sich in vielen Ländern, was erleben die Menschen durch Euer wirken?
Sacha Ernst:
AVC Schweiz feierte letztes Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Als AVC International – also Schweiz, Deutschland und Österreich – engagieren wir uns seit bald 50 Jahren in über 60 Nationen. Da kommen Tausende Geschichten aus aller Welt zusammen. Hier zwei, drei Storys von Leuten, die ich persönlich kenne und deren Geschichten ich bestätigen kann.

 

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Sacha Ernst

 

Zum Beispiel dieses: Im Dezember 2003 ereignet sich ein starkes Erdbeben in der iranischen Stadt Bam mit rund 26’000 Toten und über 30’000 Verletzten. Der Iran ist mit dem Ausmass dieser Katastrophe überfordert und öffnet die Grenzen für ausländische Hilfsorganisationen. In Bam treffen wir ein junges christliches Ehepaar. Der Mann und die Frau trösten vom Erdbeben Betroffene an den Gräbern ihrer Verstorbenen und beten für sie. Rasch wird uns klar, dass Gott diese Begegnung arrangiert hat. Die beiden starten bald darauf eine Hauskirche, die innerhalb eines Jahres auf 123 Personen anwächst.

Wie ging es weiter?
Wenige Jahre später zählen sich weit über 1000 Konvertiten zum Netzwerk, das sich rasch über Teheran bis ans Kaspische Meer ausbreitet. Als AVC haben wir zwar schon Jahre zuvor Familien von Märtyrern, Bischöfe, die vom iranischen Regime gefoltert und umgebracht worden waren, unterstützt. Doch solche Vollblut-Evangelisten und Gemeindegründer wie F. und J. zu begleiten, freut uns besonders. Wir besuchen sie jährlich mehrmals und unterstützen sie mit Lehr- und Predigteinheiten, Bibeln und Finanzen.

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Sacha Ernst im Nordirak

 

Während zehn Jahren besuche ich Untergrundgemeinden im Iran und bekomme viele neutestamentliche Wunder mit. Ein Beispiel: Eine Muslima besucht mit ihrem 8-jährigen Sohn einen der drei illegalen Gottesdienste, die wir an diesem Tag feiern. Eine Stimme hatte ihr Tage zuvor eingeflüstert: «Geh und besuche deinen Neffen in Teheran!» Also reist sie mit ihrem Sohn 180 Kilometer durchs Land, sitzt jetzt mit 40 anderen Iranern am Boden und hört meiner Predigt zu. Im Anschluss an den Gottesdienst kommt sie nach vorne und übergibt ihr Leben Jesus! «Heute, während der Botschaft, habe ich begriffen, dass die Stimme, die ich vor Tagen gehört hatte, von Isa al Massih, also Jesus, dem Messias, ist. Ihm will ich jetzt folgen!»

Erleben Sie auch, wie aus früheren Verfolgern Nachfolger werden?
Ein syrischer Dschihadist auf der Flucht nach Europa, hört von den zahlreichen Iranern und Afghanen, die sich sonntags zum Gottesdienst treffen. Während des Gottesdienstes reisst er die Haupttüre auf und ruft: «Ich bringe euch alle um!» Das wiederholt sich an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen. Am vierten Sonntag taucht er wieder auf und sagt: «Ich habe euch schon dreimal verflucht und mit dem Tod bedroht. Trotzdem seid ihr noch so freundlich zu mir. Wer ist euer Lehrer? Ich will ihn kennenlernen!»

Die jungen Christen nehmen ihn an der Hand und führen ihn durch die Menge der Anwesenden zum Kreuz an der Wand. Einer sagt: «Hier ist unser Lehrer gestorben! Doch am dritten Tage ist er auferstanden und lebt. Und weil er lebt, leben auch wir.» Der Dschihadist entscheidet sich für eine Leben mit Gott. Nur drei Monate später bin ich mit ihm auf der Strasse und lade andere muslimische Flüchtlinge zum Gottesdienst ein. Ein Wolf ist zum Lamm geworden!

Das ist bewegend – können Sie noch ein Erlebnis schildern?
An Ostern 2018 taucht eine Flüchtlingswitwe mit ihrem 4-jährigen Sohn in unserer kleinen Migrantengemeinde auf, die vor drei Jahren in einem Nachbarland Syriens gegründet worden war. Der kleine Junge war blind und gelähmt. Die Frau hatte alles, was sie hatte, für medizinische Behandlungen ausgegeben. Über Umwege hört sie von unserer kleinen, unspektakulären Kirche, und dass dort immer mal wieder ausgefallene Wunder geschehen.

Der Pastor der Gemeinde überzeugt sie zuerst einmal, dass das Seelenheil wichtiger ist als körperliche Gesundheit und führt sie zu Jesus. Anschliessend wird für den Jungen gebetet. Am folgenden Morgen wacht der Junge auf und kann erstmals Hell und Dunkel wahrnehmen.

Aufgeregt kehrt die Mutter mit ihm in die Kirche zurück und lässt nochmals für den Jungen beten. Tags darauf erkennt der Junge Umrisse von Personen. Überzeugt, dass hier Gott am Werk ist, kehrt die Konvertitin zurück in die Gemeinde, wo zum dritten Mal für das Kind gebetet wird. Der nächste Morgen stellt dann die kühnsten Vorstellungen auf den Kopf: Das Kind öffnet die Augen und sieht zum ersten Mal seine Mutter vor sich stehen. Überwältigt springt der – bisher gelähmte – Kleine auf und läuft seiner Mutter in die Arme. Die Mutter ist fassungslos: «Wir haben doch nur für seine Augen gebetet und jetzt kann er auch noch gehen!»


Die Inhalte aus zitierten Quellen geben nicht die Meinung von PROSKYNEO.org wieder, sondern dienen ausschließlich der Informationsvermittlung.

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