Glaube an Orten, wo wir ihn nicht erwarten würden

Evangelical Focus / Livenet, 28.12.2018

Glaube an Orten, wo wir ihn nicht erwarten würden

Die Bösen vs. die Guten
Wir Menschen mögen einfache moralische Entscheidungen, wo die eine Seite ganz klar böse ist und die andere Seite gut ist – und das Gute gewinnt immer. In der Bibel finden sich allerdings einige Beispiele, wo die Bösen gar nicht so «böse» waren… Was bedeutet das für uns heute?

Zoom

Ich bin mit Cowboy- und Indianerfilmen aufgewachsen: Die Cowboys waren immer gut und die Indianer waren böse (ausser Tonto, der dem Lone Ranger half); und die Cowboys gewannen immer. Bei Kinderfilmen ist es heute noch so, obwohl sich die Technologie verbessert hat: Seien das die Thunderbirds, die gegen The Hood kämpfen, die Power Rangers Ninja Storm gegen Lothor und seine Nachfolger, oder viele andere Fernsehprogramme.

Genau das war auch die einfache moralische Perspektive der jüdischen Anführer gegenüber Jesus: Ihr System war gut und musste beschützt werden. Jesus war eine Bedrohung für dies System und war deshalb automatisch böse. Schauen Sie nur, wie sie im Schnellverfahren das Zeugnis der Wächter und die zurückhaltende Frage von Nikodemus abtaten (Johannesevangelium, Kapitel 7, Verse 45-52).

Waren alle Ägypter «böse»?

In dieser Art und Weise schauen wir auch gerne die Geschichte vom Auszug aus Ägypten an: Mose und die Israeliten waren gut, der Pharao und Ägypter waren böse – und die Guten haben gewonnen.

Doch bevor die siebte Plage des Hagels beschrieben wird, lesen wir etwas sehr Interessantes: «Einige der ägyptischen Hofbeamten nahmen die Drohung des Herrn ernst. Sie liessen ihre Knechte und das Vieh schleunigst in die Häuser und Ställe bringen. Andere dagegen scherten sich nicht um Gottes Warnung; ihre Knechte und ihr Vieh mussten draussen auf den Weiden bleiben.» (2. Mose, Kapitel 9, Verse 20-21) Halt mal – waren die Ägypter nicht die Bösen? Aber hier gibt es einige ägyptische Hofbeamte, die Gottes Wort ernst nahmen und daraufhin handelten.

Jesus’ Predigt zum Thema

Glaube an unerwarteten Orten, genau das Thema nahm Jesus bei seiner ersten Predigt in der Synagoge seiner Heimatstadt auf. «Denkt doch an Elia! Damals gab es genug Witwen in Israel, die Hilfe brauchten; denn es hatte dreieinhalb Jahre nicht geregnet, und alle Menschen im Land hungerten. Aber nicht zu ihnen wurde Elia geschickt, sondern zu einer nichtjüdischen Witwe in Zarpat bei Sidon. Oder erinnert euch an den Propheten Elisa! Es gab zu seiner Zeit unzählige Aussätzige in Israel, aber von ihnen wurde keiner geheilt. Naaman, der Syrer, war der Einzige.» (Lukasevangelium, Kapitel 4, Verse 24-27) Halt mal – die Sidoniter und Syrer waren Nichtjuden, das waren doch die Bösen!?

Dass Jesus das zu der Zeit akzeptierte Moralsystem herausforderte, wurde nicht gut angesehen. «Das war den Zuhörern in der Synagoge zu viel. Wütend sprangen sie auf und schleppten Jesus aus der Stadt hinaus bis zu dem Steilhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war. Dort wollten sie ihn hinunterstossen.» (Verse 28 bis 29) Die Vorurteile und einfachen moralischen Urteile von Menschen durcheinanderzubringen, kann ernsthafte Auswirkungen auf Ihren Gesundheitszustand haben!

Unerwartet und doch real

An welchem Ort würde man wohl am wenigsten Glauben an Gott erwarten als im Herzen einer der gnadenlosesten Weltmächte der Geschichte? Aber König Nebukadnezar nahm diesen Glauben an (Daniel, Kapitel 4). Oder wer würde es von Kyrus erwarten, der die persische Weltmacht als Gottes Auserwählter (das hebräische Wort dafür ist Messias) anführte? Aber genau das tat Gott (Jesaja, Kapitel 45, Vers 1). Wer hätte gedacht, dass ein Steuereinnehmer, der von seinen eigenen Leuten geächtet wurde, bereit wäre, Jesus nachzufolgen und sein Leben komplett zu ändern? Genau das machte Zachäus (Lukasevangelium, Kapitel 9).

Gebete mit Auswirkungen

Wer sind für uns heute die Bösen? Die Anführer von ISIS, von Boko Haram in Nigeria oder von den Guerrilla- und paramilitärischen Gruppen in Kolumbien? Oder die Gangs in unseren Städten, die mit Messern Morde begehen? Ich bete regelmässig für Kim Jong Un, der im vergangenen Jahr vermutlich mehr Christen getötet und verhaftet hat als jeder andere dieser Welt. Ich bitte um Segen für ihn, weil Jesus uns sagt: «Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!» (Matthäusevangelium, Kapitel 5, Vers 44) Wer weiss, was für Auswirkungen meine Gebete haben werden?

An welch ungewöhnlichen Orten werden wir in Zukunft Glauben finden? Wir wissen das nicht, eben weil wir es nicht erwarten würden. Aber wenn Christen zusammenkommen und für einige der «Bösen» beten würden, könnten sich die Dinge vielleicht verändern. Wir haben erlebt, dass Guerrilla- und paramilitärische Anführer in Kolumbien zum Glauben an Jesus gekommen sind. Vielleicht erleben wir sogar, wie ein Saulus zum Paulus wird…

Datum: 28.12.2018
Autor: Michael Gowen / Rebekka Schmidt
Quelle: Evangelical Focus / Übersetzung: Livenet https://www.livenet.ch/information/bibel/bibelstudium/337848-glaube_an_orten_wo_wir_ihn_nicht_erwarten_wuerden.html
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Ein Gedanke zu „Glaube an Orten, wo wir ihn nicht erwarten würden“

  1. Sind wir nicht die „bösen“ Christen wenn wir auf Menschen welche von Gott (noch) nichts wissen möchten und wir heranlassend über diesen reden weil sie (noch) nicht in Gott glauben (können) 🤔 ⁉️

    Wenn wir eine negative Grundhaltung zu unsere nicht Gläubige Mitmenschen haben…, wie würde das funktionieren können diese Menschen zu interessieren für die gute Botschaft ❓
    Okay immer einfach ist dies nicht immer bestimmte Personen zu lieben…., das gebe ich zu.
    Christus war am Schluss auch nicht so freundlich gegen die religiöse Führer damals…. Sprach konfrontierend und offen über ihr Verhalten, und wo das zu führen würde wenn sie so weitermachen….

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