Sieben Mythen über die Liebe

Evangélico Digital / Livenet, 21.07.2019

Sieben Mythen über die Liebe

Für stabile Beziehungen
Wer einen Mythos glaubt, wird hinters Licht geführt. Es gibt viele Dinge, die Menschen über Liebe und Romantik glauben – die aber einfach nicht stimmen. Erst wenn diese falschen Vorstellungen korrigiert werden, können sie einer Beziehung Halt und Stabilität geben. Sixto Porras, Leiter der Hilfsorganisation für Familien «Enfoque a la Familia», deckt sieben dieser Mythen auf – und erklärt, worum es wirklich geht.

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Liebe kann unsere emotionale Leere füllen

Wer versucht, sich durch eine romantische Beziehung erfüllt und vollkommen zu fühlen, wird das nie schaffen. Denn wir werden immer wieder feststellen, dass der Gegenüber eine andere Art hat, die Dinge zu interpretieren und Liebe auszudrücken als wir selbst. Deshalb kann niemand wirklich unsere emotionale Leere komplett ausfüllen. Sich selbst zu finden und sich auch emotional erfüllt zu fühlen, ist eine persönliche Aufgabe von jedem einzelnen.

Und so ist es auch ein Mythos, dass wir irgendwann unsere bessere Hälfte finden werden, die uns vervollständigen wird – diese Vorstellung kann uns sogar daran hindern, schon jetzt ein erfülltes Leben zu haben.

Ein Mensch wird erst vollständig sein, wenn er mit sich selbst und mit Gott im Reinen ist – denn der einzige, der uns wirklich durch und durch kennt und uns erfüllen kann, ist Gott.

Liebe ist die Formel zum Glücklichsein

Glücklich zu sein ist eine Entscheidung, die jeder von uns in jedem Moment seines Lebens treffen kann – sie darf niemals von äusseren Umständen abhängen. Als Erwachsener ist jeder Mensch selbst für sein Glück und seine Freude zuständig, deshalb kann und darf man keinen anderen für etwas verantwortlich machen, das wir selbst erobern müssen. Wir können einzig zum Glücklichsein der Menschen, die wir lieben, beitragen. Doch letztlich ist jeder selbst dafür zuständig.

Liebe ist ein Gefühl

Die romantische Liebe beginnt mit dem Gefühl des Verliebtseins, aber es ist unmöglich, dieses Gefühl über die Zeit hinweg aufrecht zu halten, weil Gefühle auf und ab gehen. Deshalb ist es eine falsche Vorstellung zu denken, dass wir immer dieselbe Intensität von Verliebtsein verspüren werden. In einer Beziehung kommen auch immer Enttäuschungen, schwierige Momente, Krisen und Ernüchterungen auf uns zu.

Liebe wächst durch die Verpflichtung, in guten und schlechten Zeiten zusammen zu bleiben, und durch diese Entscheidung wird über die Zeit hinweg eine wunderbare Liebesgeschichte geschrieben. Liebe ist die Entscheidung, den anderen zu schätzen, zu achten, zu respektieren, für ihn zu sorgen und ihm bis ans Ende treu zu sein. Und durch diese Entscheidung entstehen Gefühle, die viel intensiver sind als wir uns je hätten träumen können. Wenn wir trotz allem den anderen immer weiter lieben, wird die Beziehung stark wie ein Fels.

Liebe ist eine «ständige Party»

Leider ist auch dies ein Mythos: Liebe fordert Arbeit und Hingabe, denn man muss respektvoll bleiben, wenn man am liebsten unhöflich wäre, freundlich sein, wenn einem ganz natürlich das Ungehobelte entschlüpfen würde. Liebe macht den anderen gross und opfert sich so auf, dass der andere wachsen kann und es ihm gut geht. Lieben bedeutet, die egoistischen Wünsche für das Wohl von beiden aufzugeben.

Aus Liebe sehe ich über Missbrauch hinweg

Manche Menschen denken, dass Liebe auch Missbrauch und Aggression, Misshandlung und Erniedrigung tolerieren muss. Das ist ein Mythos! Denn Liebe ist nicht egoistisch, sie macht nichts Unrechtmässiges und beschämt den anderen nicht (1. Korinther, Kapitel 13, Verse 4-7). Liebe entschuldigt sich, wenn sie den anderen verletzt hat, und setzt alles daran, es nicht wieder zu tun. Wo Missbrauch und Aggression herrschen, gibt es keine Liebe – es ist vielmehr eine Beziehung der Unterwerfung und der Einschüchterung; mit Liebe hat das nichts zu tun.

Wahre Liebe zu finden, ist ein Glückstreffer

Auch das ist ein Mythos: Es ist nicht Glückssache oder Zufall, die wahre Liebe zu finden. Nein, Liebe denkt, analysiert, trifft intelligente Entscheidungen, denkt über die Konsequenzen nach, unterscheidet, ob es sich nur um eine Eroberungsstrategie des anderen handelt oder ob der Gegenüber nur auf ein Abenteuer hinaus ist. Liebe wächst über die Zeit, wenn wir zu besten Freunden werden und lernen, uns so anzunehmen wie wir sind. Liebe bittet auch um Rat, lernt und entscheidet weise.

Liebe bedeutet nicht unbedingt Verbindlichkeit

Es ist unmöglich, etwas Wichtiges aufzubauen, ohne die nötige Verbindlichkeit, die uns dabei hilft, bis zum Ende durchzuhalten – denn jedes Projekt macht Zeiten der Krisen, Zweifel, Ängste und Enttäuschungen durch. Genauso ist das in der Liebe: Wenn wir zulassen, dass uns das Gefühl des Verliebtseins leitet, wird die Beziehung in der ersten Krise enden. Ohne Verbindlichkeit kann Liebe nicht wachsen.

Es ist sicherlich am einfachsten und bequemsten, wenn man in der ersten Krise wegrennt. Doch allein die Verbindlichkeit und Verpflichtung dem anderen gegenüber hilft uns, Krisen, Enttäuschungen, Zweifel und den Verschleiss der Zeit zu überwinden. Verbindlichkeit gibt uns auch die Kraft, uns zu entschuldigen, wenn wir Fehler gemacht haben, und uns zu verändern, damit die Beziehung wächst.

Datum: 21.07.2019
Autor: Sixto Porras / Rebekka Schmidt
Quelle: Evangélico Digital / Übersetzung: Livenet https://www.livenet.ch/magazin/beziehung/351259-sieben_mythen_ueber_die_liebe.html

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