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pistis und Hausgemeinde – gibt es da einen Zusammenhang?

πίστις (pistis) ist das griechische Wort für Glaube, Vertrauen, Treue – ein treffender Begriff für das Thema „Hausgemeinde“. Glaube wird im Neuen Testament mit der Rettung und auch der Versöhnung mit Gott in Verbindung gebracht:

Der Glaube an Jesus Christus bewirkt somit ewiges Leben, Gerechtsprechung vor Gott und damit Rettung. Was für ein großartiges Geschenk Gottes!

In der Gemeinde

Grundsätzlich glaubt jeder für sich persönlich. Durch das Zusammenwirken in einer Gemeinde aber wird der Glaube auf ganz besondere Weise gestärkt. Der Begriff Gemeinde (griechisch ἐκκλησία ekklesía, ‚Herausgerufene‘) beschreibt eine für Christus „herausgerufene“ Gruppe von gläubigen Menschen, die füreinander da sind. Der Apostel Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem menschlichen Körper. Daraus ergibt sich das Bild des „Leibes Christi“:

„Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat. Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen“ (Römer 12,4-5).

„Denkt zum Vergleich an den ´menschlichen` Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus. Denn wir alle … sind mit demselben Geist getauft worden und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken bekommen, und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden“ (1. Korinther 12,12-13).

Beide Zitate zeigen, dass es im Sinne Christi „normal“ ist, dass der Dienst für ihn und die Nachfolge in der Regel in einer Gruppe gemeinsam stattfinden. »Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte«, erklärte Jesus (Matthäus 18,20).

Somit ist es erstrebenswert, sich gemeinsam zur Anbetung und für den Gottesdienst zu versammeln. Leider geht es vielen Gläubigen so, dass sie genau das in ihrer traditionellen Kirche oder Gemeinde nicht (mehr) finden. Die Gottesdienste sind häufig nur Routine. Es wird nichts von der Wirkung des Geistes Gottes verspürt. Was besprochen wird, ist oft nicht gehaltvoll, die Anwesenden sind passive Konsumenten.

Gottes Wort verstehen

Andererseits ist es nicht schwer, dieser leeren Kost etwas Wertvolles entgegenzusetzen. Im Hebräer-Brief lesen wir:

„Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist“ (Hebräer 4,12).

Zwar bezieht sich diese Aussage auf jedes Wort, das Gott spricht, also alles was er verspricht. Man darf dazu allerdings auch das geschriebene „Wort Gottes“, d.h. die Bibel zählen. Wenn wir die Kraft des Wortes Gottes verspüren möchten, hilft uns das Lesen der Bibel sehr weiter! Wer Bedenken hat, selbst eine Hausgemeinde zu beginnen, hat hier einen nützlichen Hinweis, wie er damit anfangen kann: „Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft“! Gemeinsam in der Bibel zu lesen ist ein Schlüssel, Gottes Kraft zu erhalten.

Gibt es Antworten auf alle Fragen?

Darf man davon ausgehen, dass theologisch nicht gebildete Menschen die Bibel verstehen können? Ja. Warum das so ist und was beachtet werden muss, um zum Ziel zu gelangen, kann im Artikel „Sieben Grundsätze für das Verständnis der christlichen Lehre“ nachgelesen werden.

Man darf dagegen nicht davon ausgehen, dass es Christen möglich ist, alle Lehren der Bibel und der Lehren Jesu abschließend zu verstehen – auch wenn einzelne religiöse Gemeinschaften oder auch einzelne Personen das von sich behaupten. Die Aussage der Bibel ist eindeutig:

„Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen. Eines Tages aber wird das sichtbar werden, was vollkommen ist. Dann wird alles Unvollkommene ein Ende haben […] Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern; dann aber werden wir ´Gott` von Angesicht zu Angesicht sehen. Wenn ich jetzt etwas erkenne, erkenne ich immer nur einen Teil des Ganzen; dann aber werde ich alles so kennen, wie Gott mich jetzt schon kennt (1. Korinther 13,9-10.12).

 

Wir sind nach wie vor in der Situation, nur einen Teil des Ganzen verstehen zu können. Wir werden nicht auf alle Fragen eindeutige Antworten finden. Das wird sich erst ändern, wenn „wir ´Gott` von Angesicht zu Angesicht sehen“ – also nicht, solange wir hier versuchen, Gottes Willen zu verstehen.

Aber eins können und sollen wir bereits heute. Der Apostel Paulus schrieb an die Gemeinde in Ephesus:

„´Es ist mein Gebet,` dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und dass euer Leben in der Liebe verwurzelt und auf das Fundament der Liebe gegründet ist. Das wird euch dazu befähigen, zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, die Liebe Christi in allen ihren Dimensionen zu erfassen – in ihrer Breite, in ihrer Länge, in ihrer Höhe und in ihrer Tiefe. Ja, ´ich bete darum,` dass ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganzen Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist“ (Epheser 3,17-19).

Die Liebe Christi in allen ihren Dimensionen erfassen, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht‘ – das ist es, wozu uns ein Studium der Bibel mit der Hilfe des heiligen Geistes befähigt! Das suchen wir!

Wer bei dieser Suche mitmachen will, ist herzlich eingeladen, in einer Hausgemeinde die Nähe Jesu und die Nähe zu seinem Leib zu suchen.