Fisch – ἰχθύς (ichthýs)

 

 

Ein verbreitetes Bildmotiv der frühchristlichen Kunst und als Wandmalereien anzutreffen; eines der ersten Werke dieser Art findet sich in den Lucina-Krypten der römischen Calixtus-Katakombe.

Das Fisch-Symbol und die Folge ΙΧΘΥΣ (ICHTHYS) spielte als Akrostichon und Akronym (oder Backronym, da es keine eindeutigen Beweise für die Bedeutung zum Entstehungszeitpunkt gibt) bereits im Urchristentum eine herausragende Rolle.

Eine mündlich tradierte und später in Schriftform festgehaltene Version erzählt, dass der Fisch als christliches Erkennungszeichen verwendet wurde. Das griechische Wort für Fisch ἰχθύς (ichthýs) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis (ησοῦς Χριστός Θεοῦ Υἱός Σωτήρ):

  • ΗΣΟ˜ΥΣIēsoũs (neugr. Ιησούς Iisoús) Jesus
  • ΧΡΙΣΤῸΣChristós „Christus“ (der Gesalbte)
  • ΘΕΟ˜ΥTheoũ (neugr. Θεού theoú) Gottes
  • ΥἹῸΣ — Hyiós (neugr. Υιός Iós) Sohn
  • ΣΩΤΉΡSōtḗr (neugr. Σωτήρας Sotíras) Erlöser

Das (I·Ch·Th·Y·S-)Symbol besteht aus zwei gekrümmten Linien, die einen Fisch darstellen. Historisch nicht belegt ist die Auffassung, dass es schon von den ersten Urchristen als Erkennungs- und Geheimzeichen benutzt wurde: Eine Person zeichnete einen Bogen in den Sand, die andere vollendete das Symbol mit dem Gegenbogen und zeigte sich damit als Bruder oder Schwester in Christus.

Der Kirchenlehrer Tertullian (ca. 200 n. Chr.) spricht in seiner Schrift über die Taufe (De baptismo 1,3) von Christus als dem Ichthys, den Christen aber als „Fischlein“, die aus dem Ichthys geboren seien.

Das Symbol bezieht sich auf den Satz aus dem Lukasevangelium (Lukas 5,10; Hfa):  „Jesus sagte zu Petrus: ‚Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen.‘“

Während das Symbol des Fischs nach dem 2. Jahrhundert im Christentum kaum eine Rolle gespielt hat, wird es in den letzten Jahrzehnten wiederbelebt.

Seit den 1970er Jahren ist das Fischsymbol millionenfach als Kennzeichen von christlicher Gesinnung auf Autos, Motorrollern und anderen Gegenständen zu sehen, anfangs vor allem im evangelikalen Bereich. Außerdem erscheint das Symbol immer öfter in kirchlichen Logos und Grafiken.

Auch wird das Wort Ichthys zunehmend als Name gebraucht, von Kindergärten über Gottesdienste bis hin zu Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen.


Aus: Wikipedia „Fisch (Christentum)“ https://de.wikipedia.org/wiki/Fisch_%28Christentum%29

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»Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten [griech.: proskyneo]. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten. Denn Gott ist Geist; deshalb müssen die, die ihn anbeten [proskyneo] wollen, ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten [proskyneo].« – Johannes 4,23.24 (Neues Leben)