Priester holt Gang-Mitglieder aus tiefstem Sumpf

»Kommt in die Gang von Jesus«

08.08.2016

Ein missionarischer Priester in Mexiko, Jose Luis Guerra, kümmert sich leidenschaftlich um Gang-Mitglieder. Die Strassen von Monterrey gelten als gefährlich, doch der Geistliche scheut sich nicht davor, auf Menschen zuzugehen, denen man normalerweise weder im Dunkel der Nacht noch in einem hell ausgeleuchteten Ballsaal begegnen will.

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Gang in Mexiko (Symbolbild)
In Reiseführern wird zur Vorsicht gemahnt, sollte man sich in die 1,2-Millionen-Stadt Monterrey begeben, zu deren Metropolregion 4,1 Millionen Bewohner zählen und die rund 200 Kilometer von der US-Grenze entfernt liegt. Aber Jose Luis Guerra scheut sich nicht, selbst an Orte zu gehen, die von der allgemeinen Bevölkerung tunlichst gemieden werden. «Meine Robe ist mein Schild», verweist er auf seine Kleidung, die ihn als Mensch des Glaubens ausweist.

Guerra sagt sogar, dass er sich unter den jungen Männern und Frauen, die er auf der Strasse trifft, zu Hause fühlt. «Damit meine ich, dass ich voller Liebe für sie bin.» Ihm zur Seite stehen 15 andere Missionare, die meisten von ihnen waren früher in Gangs. Wenn sich ein Mitglied einer Strassenbande für den christlichen Glauben entscheidet, muss er das Gang-Leben mit Diebstählen, Überfällen und in manchen Fällen sogar Mord hinter sich lassen.

Die neue Gang

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Jose Luis Guerra (links), missionarischer Priester, mit Jugendlichen auf der Strasse

 

Jene, die mit Guerra mitziehen wollen, gehen durch ein rigoroses Vorbereitungsprogramm. Zunächst warten drei Tage in einem Camp auf sie. In denen gilt es, den Entscheid zu reflektieren. Sie überlegen sich, was es heisst, das alte Leben hinter sich zu lassen und nun mit Christus durch das Leben zu gehen.

Danach folgen sieben Wochen Vorbereitung auf einer Missionsschule. Dann wartet eine kleine Feier auf die Aussteiger. Den neuen Gläubigen erklärt Guerra dann die Verantwortung, die darin liegt, nun selbst Missionar zu sein und zu der «Gang von Christus» zu gehören.

Ob sein Engagement eine Frucht davon ist, dass die Bürgermeisterin von Monterrey, Margarita Arellanes, die Stadt offiziell Jesus übergeben hat?

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