Flüsse und Kulturen überschreiten

Flüsse und Kulturen überschreiten

07.08.2016

Interkultureller Einsatz
Antonio erwischte sich immer wieder dabei, wie er darauf schaute. Die Landkarte Venezuelas, die er im Telefonbuch aufgeschlagen hatte, schien ihn zu rufen. Als Sprecher des Bürgerrates seines Dorfes hatte Antonio ziemlich viel im Kopf, und doch wurden seine Augen immer wieder von dem Punkt auf der Landkarte angezogen, auf dem Valencia zu sehen war. Diese Stadt im Norden Venezuelas war weit entfernt von seinem Dorf, den Orinoco-Fluss hinunter; warum konnte er sie also nicht einfach vergessen?

Zoom

Das Klopfen an der Tür riss Antonio aus seinen Gedanken. Er war überrascht, als dort eine Gruppe von Leuten aus der Stadt Valencia vor ihm standen. «Wir sind gekommen, um Ihnen die Gute Nachricht zu bringen», sagte einer der Personen mit einem Lächeln. Die Gruppe, die Antonio da begrüsste, war Teil eines Einsatzes von Pionier-Missionaren auf dem Orinoco-Fluss, der die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien bildet. Fünfzehn Paare, mehrheitlich aus Valencia, waren tagelang über schwer zugängliche Strassen und im Boot auf dem kurvigen Fluss gereist, um Antonios Dorf zu erreichen.

Viele Herausforderungen …

«Die Reise ist nicht einfach», erklärt Juan Carlos Rada, Nationaler Direktor von Every Home for Christ Venezuela. «Die Strassen sind schwer beschädigt. Auf dem Weg gibt es keine sicheren Orte, um gesundes Essen zu bekommen. Der Transport ist sehr begrenzt und es gibt keine Übernachtungsmöglichkeiten.» Auf dem Weg litten die Pionier-Missionare ausserdem unter Wassermangel, Mangel an Elektrizität und fehlenden sanitären Anlagen. Doch die Entfernung war nicht die einzige Herausforderung. Ihr Ziel war es, indigene Dörfer an drei unterschiedlichen Orten entlang des Flusses zu erreichen: Puerto Ayacucho, Isla Ratón und La Esmeralda. Wenn man die Ureinwohner erreichen möchte, ist das eine herausfordernde interkulturelle Arbeit. Doch Gott gab ihnen drei Touristenführer aus der lokalen Gemeinde «Fels von Horeb» an die Seite, die jeder einen anderen indigenen Hintergrund hatten.

… und viel Segen

Während der Reise brachten die EHC-Mitarbeiter die rettende Botschaft von Haus zu Haus, sorgten für spezielle Programme für Frauen und Kinder, organisierten Freizeitaktivitäten und schulten neue Christen in der Jüngerschaft. Indianer-Gemeinschaften fühlen sich häufig von der Aussenwelt vergessen und so waren sie sehr dankbar für die liebevolle Aufmerksamkeit dieser Besucher. «Wir durften die Macht der Liebe von Gottes Verheissungen erleben», berichtet Juan Carlos. «Es war nicht schwer, diesen Menschen zu zeigen, wie sehr sie unseren einzigartigen, mächtigen und lebendigen Gott in ihrem Leben brauchen. Und es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Überzeugung sie die rettende Botschaft annahmen.»

Diejenigen, die beteten, um Jesus als ihren Retter anzunehmen, gaben häufig persönliche Gebetsanliegen weiter. Eine Frau lag mit Malaria im Bett, als sie um Gebet bat – kurz darauf stand sie schon wieder auf und lief herum!

Wenn Gott kulturelle Hürden überwindet …

Unsere Mitarbeiter luden jeden zu den Abendgottesdiensten ein, in denen die neuen Christen gemeinsam mit unseren Pionier-Missionaren Gott lobten. Diese Versammlungen wurden für die Mitarbeiter zum bereicherndsten Teil der Reise.

«Es war eine kulturelle Mischung… Wir sangen Lieder in unterschiedlichen Sprachen mit einem gemeinsamen Ziel, nämlich Gott für seine Liebe zu uns zu loben», erklärt Juan Carlos. «Es ist unbezahlbar, wenn man erleben darf, wie Gottes Liebe kulturelle Hürden überwindet, Ketten zerbricht und Leben verändert. In dem Moment vergassen wir all die Opfer und Mühe, unsere Müdigkeit und all das Schlechte der Reise.»

Letztlich reisten die Pionier-Missionare über 950 Kilometer. Sie besuchten unter anderem die indianischen Dörfer der Curripaco, Piaroa, Creole und der Jivi. Sie erreichten 4’650 Haushalte und erlebten, wie 740 Menschen die Gute Nachricht für sich annahmen. Sie schulten ausserdem Pastoren der Region darin, wie sie das Jüngerschafts-Material «Seid Fruchtbar und Mehret Euch» von Every Home for Christ nutzen können, um sicher zu gehen, dass die neuen Christen in ihrem Glauben wachsen werden.

Einer dieser neuen Christen ist Antonio. Als er die Gute Nachricht von den EHC-Mitarbeitern an seiner Tür hörte, gab er Jesus voller Freude sein Leben. Nachdem er das Übergabegebet gesprochen hatte, schaute er unsere Mitarbeiter an und lächelte. «Jetzt weiss ich, warum ich immer auf diese Landkarte schauen musste», erklärte er. «Gott wollte mir damit sagen, dass ich mich schulen lassen soll, um nach Valencia zu gehen und dort die Gute Nachricht zu predigen.»

Diese Geschichte und diverse andere finden Sie im EveryHome-Magazin vom Juli, herausgegeben von Every Home for Christ / Christus für alle Schweiz.

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