Wycliffe ermöglicht Bibeldruck in verschlossenen Ländern

Wycliffe ermöglicht Bibeldruck in verschlossenen Ländern

05.07.2016

»Untergrund-Drucker«
Eine Druckanlage, die in Länder geschmuggelt und im Geheimen genutzt werden kann? Genau das hat Wycliffe Associates entwickelt. Nun können Christen die Bibel nicht nur auf dem Handy lesen, sondern auch in der Hand halten. Der Erfolg ist schon nach einem Jahr sichtbar.

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Christen drucken Bibeln

In den vergangenen Jahren wurden immer neue Apps und Internetseiten erstellt, um Menschen in Ländern, die dem Evangelium gegenüber verschlossen sind, Gottes Liebe nahe zu bringen und Christen in solchen Ländern mit christlichem Material und insbesondere Bibeln zu unterstützen. Viele Menschen in diesen Ländern haben Zugang zum Internet, besitzen moderne Smartphones und können sich so über die Apps beispielsweise die ganze Bibel in ihrer Sprache herunterladen. Doch würden Sie ganz auf eine ausgedruckte Bibel verzichten wollen? Gerade auch dann, wenn der Akku Ihres Handy nur noch «2 Prozent» anzeigt?

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Drucker

Die Bibelübersetzer von Wycliffe Associates hatten sich in letzter Zeit so der Entwicklung neuer Apps verschrieben, dass sie völlig überrascht waren, als sie erfuhren, dass viele Christen in den Untergrundkirchen eigentlich gerne eine Druckversion der Bibel hätten. «Diese können sie in ihren Händen halten, sie braucht keinen Strom, muss nicht aufgeladen werden und sie können sie an den unterschiedlichsten Orten verstecken», erklärt David Reeves aus der Technikabteilung von Wycliffe Associates.

Drucken nach Bedarf

Also disponierte das Missionswerk, das sich eigentlich auf die Übersetzung der Bibel konzentriert, um. Es wurde eine Druckanlage konzipiert, die kompakt genug ist, um transportiert und auch in verschlossene Länder geschmuggelt zu werden, und doch genügend Potential hat, um Tausende Kopien des Neuen Testamentes zu drucken. «Es ist ein ‚Print on Demand‘-System (Drucken nach Bedarf), das sich anpasst und schnell verstecken lässt», erklärt Reeves weiter. «Unsere Brüder und Schwestern benutzen es, um frisch veröffentlichte Bibelteile an Orten zu drucken, an die wir sonst keine Bibeln bringen könnten.»

190’000 Exemplare in einem Jahr

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Buchbinder und Schneidemaschine

Die Druckanlagen werden bereits in diversen Ländern im Nahen Osten, in Indonesien, Äthiopien und im Nord-Osten Nigerias benutzt – und das mit grossem Erfolg. «Unsere Brüder im Nahen Osten haben im vergangenen Jahr über 190’000 Exemplare veröffentlicht, sowohl Bücher als auch Broschüren – und das in nur einem Jahr, seitdem sie das Equipment haben.» Auf diese Weise gelangen viele Christen an Orten, in denen es keine Bibeln gibt, an das Wort Gottes.

Der hohe Preis

Doch selbst wenn die Druckerei ebenfalls im Untergrund geschieht, ist es ein riskantes Unterfangen. «Anfang des Jahres ist ein Druck-Ort im Nahen Osten aufgeflogen und vier Brüder wurden auf der Stelle getötet», berichtet Reeves. Dennoch sind die dortigen Christen bereit, das Risiko auf sich zu nehmen. «Wir werden ihnen einen neuen Drucker schicken, weil sie weiter drucken wollen!»

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