»Wir möchten die Menschen näher an Gottes Herz bringen«

»Wir möchten die Menschen näher an Gottes Herz bringen«

09.06.2016

Aus Kurzzeit wird oft Langzeit
Unerreichte Völker und Menschen – dafür schlagen die Herzen der Mitarbeiter von «WEC», die Abkürzung steht für «Weltweiter Einsatz für Christus». Fast jährlich kommen neue Einsatzländer dazu. Bewegend sei zu sehen, wie Menschen im Glauben wachsen. Wir unterhielten uns mit WEC-Missionsleiter Michael Baltensperger über Gott, die Welt und den Einsatz in der Welt.

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Michael und Gabriela Baltensperger

Livenet: Michael Baltensperger, bald lädt die WEC zum Begegnungstag. Was geschieht da?
Michael Baltensperger: Dieser Anlass soll helfen, Menschen durch spannende Zeugnisse und herausfordernde Berichte zum Gebet und Gehen zu motivieren. Das Fenster zur Welt und Gottes Wirken in dieser Welt soll geöffnet werden. Er findet am 11. Juni in der FEG Goldbrunnen in St. Gallen statt und jedermann ist herzlich willkommen.

WEC lädt zu Kurz- und Langzeiteinsätzen ein. Wohin können Interessierte gehen und was tun sie vor Ort?
WEC – «Weltweiter Einsatz für Christus» – ist in der ganzheitlichen Gemeindegründung engagiert. Unseren Fokus bilden die Regionen, in denen es noch keine oder nur ganz kleine Gemeinden gibt. Was aber heisst ganzheitlicher Gemeindebau? Wir wollen die Liebe Gottes in Tat und Wort weitergeben. Beides gehört zum Evangelium. Vernachlässigen wir das eine, geben wir nicht das ganze Evangelium weiter. Konkret gibt es für Kurz- und Langzeiteinsätze ganz viele Möglichkeiten. Je nach den Bedürfnissen der entsprechenden Volksgruppe: Wir arbeiten im medizinischen Bereich wie auch in Berufsausbildung, in der Bildung von Kindern und Erwachsenen, Agrikultur, Businessentwicklung, Seelsorge und vielem mehr.

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Berufsausbildung und Training in Asien

 

Gibt es das eine oder andere Beispiel von jemandem, der einen Kurzeinsatz durchlief und dann fest zur WEC gekommen ist?
Fast alle Langzeiter, das heisst bei uns ab zwei Jahren Einsatzzeit, waren vorher als Kurzzeiter im Einsatz. Es ist so eine Art Schnupperlehre ausserhalb der Komfortszone. Viele Kurzzeiter kommen positiv verändert zurück, weil sie vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ganz von Gott abhängig waren und seine Treue erlebten, sowie eine Liebe zu einem unerreichten Volk entwickelt haben. Viele sind fast überwältigt von den Nöten aber staunen auch darüber wie Gott gerade da hineinwirkt.

Wo erlebt Ihr Geschichten des Aufbruchs? Könnten Sie die eine oder andere schildern?
In Asien und in Teilen von Afrika erleben wir Aufbrüche. Die Mongolei ist ein wunderbares Beispiel, wie kultursensitive Mission innerhalb kurzer Zeit Grosses bewirken kann. In einigen Ländern Afrikas sehen wir nun selbständige Gemeindeverbände, die sich für ihr Volk und darüber hinaus einsetzen. Auch in Krisengebieten wie rund um Syrien stellen wir vereinzelt fest, wie Gott direkt oder durch Menschen wie Sie und mich Wunder tut.

100 Menschen sind vom Werk ausgesandt, welches sind die Schwerpunktländer?
Der Schwerpunkt sind die unerreichten Völker. Unerreicht heisst für uns: Menschen, die keine Chance haben, von Jesus zu erfahren. Zum Beispiel hatten sie einen Traum von Jesus oder sie sind generell an Jesus Christus interessiert, aber haben keine Chance mehr zu erfahren oder einen Christen persönlich kennen zu lernen. Sie haben keinen Zugang zur Bibel, keine Möglichkeit, einen Gottesdienst zu besuchen. Meistens können wir diese Länder nicht öffentlich bekannt geben, da Mission in diesen Ländern oft missverstanden wird.

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Für Michael Baltensperger ist ein für das Gegenüber verständliches kultursensitives Reden und Lehren wichtig.

 

Kommt bald ein neues Land dazu?
Ja, fast jährlich kommen neue Länder hinzu. Aus Sicherheitsgründen kann ich sie hier leider nicht erwähnen … aber es juckt mich unter den Fingernägeln, am liebsten würde ich morgen ausreisen.

Was bewegt Sie bei Ihrer Arbeit?
Wir finden es total spannend, in Menschen zu investieren und zu sehen, wie Jesus mit jeder Person individuell und ihren Gaben entsprechend unterwegs ist. Wie sie wachsen an Herausforderungen und ihr Glaube zunimmt, sie Jesus ähnlicher werden und immer mehr in ihre Berufung finden. Wir empfinden es als grosses Vorrecht, auf diese Weise mit Menschen unterwegs zu sein und auch zu erleben, wie Gott in schwierigen Zeiten und Situationen treu ist und durchträgt.

Was ist Ihr und Euer Herzensanliegen?
Egal, wo wir unterwegs sind, ob mit unseren Mitarbeitern, ob mit einem Muslim, Hindu, Buddhisten und so weiter – wir möchten sie näher an Gottes Herz bringen.

Jeder Mensch soll die Möglichkeit bekommen, auf eine für ihn verständliche, kultursensitive Art, von Gottes Liebe zu erfahren. Wort und Tat müssen dazu Hand in Hand gehen: Praktische «Liebe» in Form von Hilfe in Notlagen, Entwicklungszusammenarbeit, Vorleben eines liebevollen Umgangs miteinander in Ehe und Familie und vieles mehr. Dazu gehört auch ein für das Gegenüber verständliches kultursensitives Reden und Lehren.

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