»Unser täglich Brot« kommt weder vom Bäcker noch vom Supermarkt

»Unser täglich Brot« kommt weder vom Bäcker noch vom Supermarkt

22.03.2016

Und es ernährt doch
Und sie dreht sich doch – so verkündete Galileo Galilei einst seine Erkenntnis, dass sich die Erde dreht. Ähnliche Worte darf die Bibel für sich in Anspruch nehmen: «Sie ernährt uns doch.» Dafür steht speziell die Organisation «Unser täglich Brot». Livenet sprach mit Larry Leuenberger, Leiter von «Unser täglich Brot», dem deutschen Zweig der internationalen Organisation «Our Daily Bread Ministries».

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Larry Leuenberger

Livenet: Larry Leuenberger, Ihre Webseite heisst «Unser täglich Brot», dennoch scheinen Sie keine Bäckerei zu sein. Was steckt dahinter?
Es wird wohl nicht überraschen, dass unser Name von den Worten Jesus in Matthäus 6abgeleitet sind: «Unser tägliches Brot gib uns heute.» Um diese Gedanken zu vervollständigen, kommt aber auch ein anderes Zitat von Jesus zum Tragen: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.»

Was tut «Unser täglich Brot»?
Wie es auf unserer Webseite und auch sonst überall steht, ist es unsere Aufgabe, die «Leben verändernde Weisheit der Bibel auf verständliche Weise weiterzugeben und möglichst vielen zugänglich zu machen». Es geht darum, dass Gottes Wort verstanden wird. Erste Voraussetzung dafür ist, dass Menschen die Bibel lesen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Menschen zu motivieren, die Bibel lesen zu wollen. Wir gebrauchen dazu ganz unterschiedliche Medien, um Gottes Wort weiterzugeben, es verständlich zu machen und Wege aufzuzeigen, wie man es persönlich anwenden kann.

Wie ist das Werk entstanden, einerseits hier im deutschen Sprachraum, andererseits insgesamt?
Im Jahr 1938 begann unsere Arbeit in den USA mit einer Radiosendung unter dem Titel «Detroit Bible Class». Die kleine Gruppe begeisterter Radiohörer ist seit damals zu einem Millionenpublikum herangewachsen, das weltweit unsere biblisch fundierten Angebote nutzt.

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Verschiedene Ausgaben des Andachtshefts «Unser Täglich Brot»

Heute kennt man uns vor allem als Herausgeber des beliebten Andachtshefts «Unser Täglich Brot». Ob Radio- oder Fernsehsendung, DVD, Podcast, Buch, App oder Website, alles soll dazu beitragen, dass Menschen in ihrer Beziehung zu Gott wachsen.

Seit über 75 Jahren erleben wir, wie Gott in seiner Treue die Arbeit von «Our Daily Bread Ministries» (ODB) unterstützt. «Unser Täglich Brot» gibt es auf Deutsch seit ungefähr 2003 und wir freuen uns, dass wir seit 2015 in Deutschland ein eingetragener Verein sind. Jetzt haben wir ein kleines Büro in Lörrach an der Grenze zu Basel und fangen an, je nach Kapazität, einige Tätigkeiten vom ODB-Büro in England nach Deutschland zu übernehmen.

Ist «Unser täglich Brot» ausschliesslich im Internet tätig oder kommen Sachen darüber hinaus dazu?
Internet ist nur eine unsere Tätigkeiten. Das quartalmässig erscheinende Andachtsheft «Unser Täglich Brot» ist der eigentliche Mittelpunkt unserer Arbeit im deutschsprachigen Raum. Dazu haben wir noch eine Reihe von Bibellesehilfen, die wir Entdeckungsserie nennen. Hier werden verschiedene Themen genauer angeschaut. Ausserdem haben wir eine App und sind auf Facebook unterwegs.

Sie sind in mehreren Ländern und Sprachen tätig?
«Our Daily Bread Ministries» hat Büros in 36 Ländern und arbeitet schon in 66 Sprachen! Welche Sprachen als nächstes dazukommen werden, weiss ich nicht genau. Gott öffnet überall Türen und wir wollen seiner Leitung folgen. 2014 wurden rund 61 Millionen Ressourcen weltweit verteilt. Zur Zeit wird im deutschsprachigen Europa das Andachtsheft «Unser Täglich Brot» in einer Auflage von etwa 4’000 Exemplaren gedruckt.

Was erleben Sie persönlich bei dieser Arbeit?
Mir macht es riesige Freude, jeden Tag Briefe zu öffnen und E-Mails zu lesen, in denen die verschiedensten Menschen unsere Ressourcen bestellen und uns sagen, wie unsere Arbeit ihnen hilft, in ihrer Beziehung zu Gott zu wachsen. Eine unserer ersten Aktionen von Deutschland war eine Verteilaktion der Flyer «Weihnachten: ein Familienfest». Wir haben uns über die Resonanz sehr gefreut.

Welche Rückmeldungen bewegen Sie?
Ich bin eigentlich kein Statistik-Typ und habe auch keinen Kopf für Zahlen. Aber ich weiss, dass täglich neue Leser von «Unser Täglich Brot» dazu kommen. Das bewegt mich nicht, weil es ein Zeichen von Wachstum für unser Werk ist, sondern weil ich weiss, dass diese Menschen sich mit Gottes Wort auseinandersetzen wollen.

Obwohl «Our Daily Bread Ministries» ein grosses Werk ist, berührt mich persönlich immer noch der einzelne Mensch. Zum Beispiel erhielten wir mehrere Briefe von Häftlingen im Ausland, die das Andachtsbüchlein in Deutsch lesen. Ermutigend ist zudem, dass die Leute das Heftchen gerne weitergeben.

Was sind die nächsten Ziele des Werks?
Unsere Zielsetzung bleibt auch im deutschsprachigen Raum dieselbe: Menschen auf der ganzen Welt mit der Botschaft von Gottes Liebe zu erreichen. Konkret wollen wir unser Angebot erweitern. Es gibt viel Material, das wir übersetzen und herausgeben könnten. Wir wollen auch deutschsprachige Autoren mit ins Boot nehmen und genauer auf die Bedürfnisse im deutschsprachigen Raum eingehen. Es ist uns sehr wichtig, dass wir von unseren Freunden und Lesern nicht nur Feedbacks bekommen, sondern im Dialog sind. In Kürze werden wir zum Beispiel auf der Website und im App die Möglichkeit haben, Kommentare zu hinterlassen. Aber auch hier, wollen wir für Gottes Leiten offen sein und die Dinge anpacken, die er uns aufs Herz legt.

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