Gibt es nicht bereits genügend Möglichkeiten, sich geistig zu „ernähren“?

Die Website PROSKYNEO.org enthält enorm viele Quellenangaben, Bibelstellen und Erklärungen. Aus welchem Grund wird sie betrieben? Gibt es nicht bereits genügend Möglichkeiten, sich geistig zu „ernähren“?

In dem Artikel „Wozu die Seite proskyneo.org?“ ist ein Satz enthalten, der einen Aspekt der Antwort auf diese Fragen enthält:

„Jeder, der ebenfalls daran interessiert ist, herauszufinden, was gemäß Jesus Christus und gemäß der Heiligen Schrift damit gemeint ist, den Vater „mit Geist und Wahrheit“ anzubeten, ist eingeladen, bei der Suche mitzuhelfen und diese Forschungsarbeit zu kommentieren.“

Es besteht relative Unklarheit darüber, was es bedeutet, den Vater „mit Geist und Wahrheit“ anzubeten. Versuchen wir einmal, uns selbst die Frage zu beantworten, wie wir Gott „mit Geist“ (griechisch wörtlich: „im Geist“) anbeten können bzw. sollen. Welche Rolle spielt da der Geist? Hat er nur bei den Urchristen eine Rolle gespielt? Was heißt eigentlich „im Geist“? Wie aus der 3-teiligen Artikelreihe „Mit Geist und Wahrheit anbeten“ ersichtlich ist, gibt es sehr viele Gesichtspunkte, die selten oder gar nicht thematisiert werden. Aber sie spielen eine wesentliche Rolle unser Verhältnis zu Gott und seinen Sohn betreffend.

Und was anbeten „mit … Wahrheit“ bzw. „in … Wahrheit“ betrifft: Was ist das für eine Wahrheit? Meinte Jesus in erster Linie, dass die Anbeter des Vaters Unwahres erkennen und durch Wahres ersetzen? Das ist zwar wichtig, wäre allerdings ziemlich wenig, und außerdem etwas sehr Passives. Jesus meinte mit „Wahrheit“ mit Sicherheit etwas Aktives, genauso wie mit seiner Erwähnung des „Geistes“. Schließlich sollten seine Jünger durch die Wahrheit letzten Endes sogar „frei“ gemacht werden (Johannes 8:32); nicht nur von der Lüge, sondern auch durch das Erkennen der „ganzen Wahrheit“ (Johannes 16:13). Da Gottes Wort „Wahrheit“ ist (Johannes 17:17), muss es unser Maßstab sein. Nur Gottes Wort! Nicht Überlegungen von Menschen – auch nicht von proskyneo.org, sofern sie von der Schrift abweichen würden (2. Timotheus 3:16).

Deshalb wird sowohl bei dem Aspekt der Anbetung „im Geist“ als auch beim Aspekt „in Wahrheit“ besonderer Wert darauf gelegt, die klaren Aussagen der Bibel zu berücksichtigen. Die Suche nach der Aussage der Bibel soll nicht beeinträchtigt werden durch irgendwelche interpretierenden Vorgaben. Gottes Wort und sein Geist sollen uns helfen, zu bestimmten Schlussfolgerungen zu gelangen. Deshalb werden auch relativ viele Schrifttexte genannt. Von besonderem Wert ist es, solche Bibeltexte im Kontext zu lesen, damit der Zusammenhang ersichtlich wird. So ist es möglich, unter der Leitung des heiligen Geistes die Aussagen der Bibel auf sich wirken zu lassen.

Haben wir unter allen Umständen den Mut, uns nach dem Wort Gottes auszurichten und nicht nach dem von Menschen? Der Ansporn, das konsequent umzusetzen, ist ein Hauptanliegen von PROSKYNEO.org. Es ist wichtig, dass der einzelne Christ die persönliche Verantwortung vor dem Vater, Jehova Gott, und seinem Sohn Jesus Christus erkennt und sie auch wahrnimmt. Persönliche Verantwortung (Eigenverantwortung) tatsächlich zu übernehmen heißt, für die eigenen Gedanken, für das was man redet und für das was man tut geradezustehen. Wenn die Bibel für uns oberste Autorität ist, werden wir darauf achten, keine Gedanken zu übernehmen und weiterzugeben, die nicht durch Gottes Wort gestützt werden oder ihm sogar widersprechen.

Wer Gott „mit Geist und Wahrheit“ oder „im Geist und in der Wahrheit“ anbetet, lässt sich von Gottes Geist anleiten, in Übereinstimmung mit seinem Glauben zu reden und auch zu leben (Galater 5:16, 22, 23). Das kann zur Folge haben, dass andere sich zu Wort melden, weil sie nicht mit einem übereinstimmen. Dann heißt es, seine Eigenverantwortung zu erkennen und für das einzustehen, was dem Willen Gottes gemäß der Bibel entspricht.

 „ … Wir werden doch alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden … Also wird jeder von uns für sich selbst vor Gott Rechenschaft abzulegen haben.“ (Römer 14:10-12; NeÜ).

 „Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar gemacht werden, damit jeder das ihm Zuerkannte … empfange“ (2. Korinther 5:10).

 Das Ziel der Veröffentlichung von Artikeln auf PROSKYNEO.org ist nicht, Spaltungen zu verursachen. Vielmehr sollen die Ausführungen den einzelnen Christen dazu befähigen, seiner Verantwortung vor Gott und Christus auch dann nachzukommen, wenn er – aus welchen Gründen auch immer – völlig auf sich gestellt ist; zum Beispiel, wenn er aufgrund seines Glaubens verfolgt wird. Im Glauben fest gegründet zu sein und immer so zu entscheiden, dass es Gott gefällt, ist die beste Methode, den Glauben zu bewahren. In solchen Situationen dagegen auf die Meinung anderer angewiesen zu sein, kann zum Schiffbruch im Glauben führen.

3 Gedanken zu „Gibt es nicht bereits genügend Möglichkeiten, sich geistig zu „ernähren“?“

  1. Jesus sagte: „Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten“ (Johannes 4:24).
    Das bedeutet, Jehova/Jahwe mit einem Herzen voller Glauben und Liebe anzubeten und sich dabei von seinem Geist leiten zu lassen.
    Es bedeutet auch, dass sich unsere Anbetung auf die Wahrheit stützen muss, auf die genaue Erkenntnis aus Gottes Wort.

    Eine hervorragende Gelegenheit, Jehova/Jahwe „mit Geist und Wahrheit“ anzubeten, bietet sich bei den Zusammenkünften mit unseren Glaubensbrüdern (Hebräer 10:24, 25).

    Wenn wir als Ausdruck der reinen Anbetung Loblieder für Jehova singen, uns im Gebet vereinen und uns Darlegungen aus Gottes Wort anhören oder uns daran beteiligen,
    zeigen wir ihm unsere Liebe.

    Mit Jehova Gott zu kommunizieren ist aber nicht einfach so, als würden wir einem Freund oder Verwandten zuhören oder mit ihm reden.

    Schließlich beten wir Jehova unseren Schöpfer ja an, das heißt, wir erweisen ihm die Ehrerbietung, die ihm voll und ganz zusteht.
    Die wahre Anbetung bestimmt unser ganzes Leben.

    Durch sie zeigen wir Jehova unsere von Herzen kommende Liebe und Ergebenheit, und sie vereint alle treuen Geschöpfe Jehovas/Jahwe im Himmel und auf der Erde.
    In einer Vision hörte der Apostel Johannes einen Engel das Gebot verkünden: „Betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat“ (Offenbarung 14:7).

    Warum sollten wir Jehova/Jahwe anbeten?
    Denken wir nur an die Eigenschaften, mit denen wir uns befasst haben: Heiligkeit, Macht, Selbstbeherrschung, Gerechtigkeit, Mut, Barmherzigkeit, Weisheit, Demut, Liebe, Mitgefühl, Loyalität und Güte. Wir haben gesehen, Jehova repräsentiert das Idealbild, den höchstmöglichen Standard einer jeden wertvollen Eigenschaft. Wenn wir die Summe seiner Eigenschaften zu begreifen versuchen, erkennen wir, dass er weit mehr ist als eine große, bewundernswerte Persönlichkeit. Er ist unermesslich herrlich, unendlich höher als wir (Jesaja 55:9). Ohne Frage: Jehova/Jaweh ist unser rechtmäßiger Souverän und verdient unsere Anbetung.

    1. Liebe Barbara,

      dem, was Du schreibst, kann man vollständig beipflichten.

      Es gibt aber einen wesentlichen Bereich, der an dieser Stelle erwähnt werden muss: Dreieinigkeitsverfechter machen den gravierenden Fehler, den Vater des Herrn Jesus Christus – Jehova/Jahwe, den Allmächtigen – weitgehend zu missachten. Im allgemeinen sprechen sie nur noch von Jesus und erheben ihn sogar zum alleinigen Gott, indem sie ihn zum gleichwertigen Bestandteil einer biblisch nicht begründeten (und begründbaren) Dreieinigkeit erklären und zu ihm beten. Antitrinitarier dagegen fallen oft (wenn nicht meistens) in das gerade Gegenteil: Für sie ist die Widerlegung der Dreieinigkeit so wichtig, dass sie nicht mehr erkennen, welche erhabene Stellung Gottes Sohn inne hat – und „kehren ihn“ durch die Art ihrer religiösen Erklärungen oftmals „einfach unter den Teppich“. Damit unsere Anbetung für den Vater wirklich annehmbar ist, muss sie wie Du zutreffend schreibst „im Geist und in der Wahrheit“ erfolgen. Das bedeutet, es darf bei dem, was Gottes Wort uns vermittelt, nicht einiges herausgefiltert werden, anderes dagegen nicht. Dazu gehört auch – und das ist eine wesentliche Grundlage des christlichen Glaubens – die Stellung von Gottes Sohn so anzuerkennen, wie sie in der Bibel beschrieben wird.

      Ich kann nur ahnen, welcher religiösen Gemeinschaft Du angehörst, aber mach Dir bitte einmal gebetsvoll Gedanken über die folgenden Überlegungen:

      Es ist absolut unbestreitbar, dass ausschließlich Jehova/Jahwe, dem Vater Jesu, Anbetung als dem allein wahren Gott dargebracht werden darf: „Es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen„, sagte Jesus (Mat. 4:10). Adererseits erklärte Jesus gemäß Johannes 5:22, 23: „Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“ Ist uns klar, dass der Vater das Richten aller – der Lebenden und der Toten (Apg 10:42; 2Tim 4:1) – Jesus übertragen hat? Ist uns klar, dass wir ein Problem mit dem Vater bekommen, wenn wir seinen Sohn nicht so „ehren“ wie er es möchte? Den Sohn zu ehren umfasst allerdings bei weitem mehr als ihn als Richter anzuerkennen. Gemäß Johannes 14:6 ist Jesus „der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch“ ihn. Wenn er „der Weg“ ist und niemand zum Vater kommt außer durch ihn („niemand“!), dann muss das auch in dem zum Ausdruck kommen, wie wir beten, wie wir das Evangelium verkünden und was in den Predigten in unserer Gemeinde gelehrt wird. Ich kenne eine Gemeinde, da wird ein Lied über die Auferstehung gesungen, in dem nicht ein einziges Mal auf Jesus Christus Bezug genommen wird, obwohl er „die Auferstehung und das Leben“ ist (Joh 11:25). Wird dem Sohn auf diese Weise „Ehre“ entgegen gebracht, wo sein Vater ihm die Auferweckung der Toten doch übertragen hat (Joh 5:25, 27, 28)?

      Eine andere Überlegung: Jesus sagte „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mat 18:20). Versammelt sich die Gemeinde. die Du besuchst wirklich „im Namen Jesu“? Oder heißt es im Anfangsgebet, in dem oft nicht ein einziger Gedanke über den Herrn Jesus erwähnt wird, am Ende des Gebets einfach „im Namen Jesu Christi“? Erweist man ihm so Ehre? Oder stell Dir vor, jemand würde in einem Gebet vor der Gemeinde wörtlich das erwähnen, was in 1. Timotheus 6:15, 16 steht – und würde sagen, dass er damit Jesus meint, ohne aber zu erwähnen, dass das so in der Bibel steht? Glaubst Du, er dürfte weitere Gebete sprechen, wenn er auf dieser Aussage besteht? Das gleiche gilt für das, was in folgenden Schrifttexten steht: 2. Timotheus 4:18b; 2. Petrus 3:18b. Was wäre, wenn er darauf bestehen würde, dass Jesus gemäß Epheser 1:20-22 folgende Stellung bereits nach seiner Auferstehung im Jahr 33 n.Chr. hatte (auszugsweise): „[Gott setzte] ihn in den himmlischen Örtern zu seiner Rechten …, hoch über jede Regierung und Gewalt und Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht nur in diesem System der Dinge, sondern auch in dem künftigen. Auch hat er alle Dinge seinen Füßen unterworfen und hat ihn zum Haupt über alle Dinge für die Versammlung gemacht“? Er verfügte also bereits vor 2000 Jahren über all das, was sein Vater ihm geben würde – was könnte dem später noch hinzugefügt werden?

      Was würde passieren, wenn er den Namen Jesu „anrufen“ würde? Das haben gemäß dem Bibelbericht die ersten Christen getan (Apg 9:14, 21; 22:16; Röm 10:12; 1Kor 1:2; 2Tim 2:22). Eine interessantes Thema wäre somit, herauszufinden, was damit eigentlich gemeint ist – aber ohne die Texte „so hinzubiegen“; dass sie dem entsprechen, was man gerne hätte.

      Damit will ich hier enden. Dieses komplexe Thema ist Gegenstand der Artikelserie „Der Weg. Die Wahrheit. Das Leben – Wer ist Jesus wirklich?“, von der vor kurzem die „Einführung“ auf PROSKYNEO veröffentlicht wurde.

      Ich würde mich freuen, wenn Du zu diesen Ausführungen noch einmal einen Kommentar posten könntest. Und ich ermuntere Dich, die erwähnte Artikelserie aufmerksam zu verfolgen.

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,
    als alter Schriftsetzermeister finde ich vor allem die saubere und übersichtliche Gestaltung Deiner Seiten sehr gut!
    Ich bedanke mich für die Zusendung!
    Liebe Grüße
    Willi

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